Die Schu­he als Beklei­dung wur­den bereits vor über 40.000 Jah­ren doku­men­tiert. Einst dien­ten sie nur als Schutz vor Ver­let­zun­gen, der Wär­me an den Fuß­soh­len oder der Käl­te und wur­den zunächst sehr pri­mi­tiv her­ge­stellt.

Geschicht­li­chen Fun­den zur Fol­ge wur­den Fel­le oder in wär­me­ren Regio­nen Palm­we­del genutzt, um den Fuß zu schüt­zen. Spä­ter folg­te die wei­te­re Ent­wick­lung als Schmuck­ele­ment.

Der ers­ten gefun­de­nen Leder­schu­he stam­men aus dem Jahr 4300 v. Chr. Die Ent­wick­lung, so ver­mu­ten For­scher fan­den par­al­lel zu die­ser Zeit in unter­schied­li­chen Regio­nen auf dem Glo­bus statt. Die San­da­le, die ein­fachs­te Grund­form des Schuhs wur­de in Ägyp­ten gefun­den, und konn­te auf 3000 v. Chr. datiert wer­den. Sie dien­ten offen­bar als Schutz der Fuß­soh­len gegen die Hit­ze des San­des. In der Anti­ke ent­wi­ckel­ten sich Schu­he als Indi­ka­tor für den gesell­schaft­li­chen Rang des Men­schen und dif­fe­ren­zier­te sich auch lang­sam in der Gestal­tung, je nach Ein­satz­zweck.

Im Mit­tel­al­ter wur­de die Tech­nik in der Her­stel­lung revo­lu­tio­niert, so dass die ers­ten Model­le mit rah­men­ge­näh­ten Ver­bin­dun­gen des Leders auf­ka­men. Das heißt der Schu­he wur­de wen­de­ge­näht und in der Her­stel­lung auf links zusam­men­ge­näht und Anschlie­ßend auf die rich­ti­ge Sei­te umge­stülpt. Die­se Tech­nik wird auch heut­zu­ta­ge noch bei der Her­stel­lung hoch­wer­ti­ger Schu­he ange­wen­det. So blei­ben die Ver­bin­dungs­näh­te geschützt und lagen in der inne­ren Sei­te der Schu­he.

Auch die bekann­ten Schna­bel­schu­he mit einer auf­ge­bo­ge­nen Schuh­spit­ze kamen auf. Je nach gesell­schaft­li­chen Sta­tur durf­te der Trä­ger nur eine bestimm­te Län­ge der Spit­ze auf­wei­sen. So tru­gen Fürs­ten und Prin­zen 2,5 Fuß Schna­bel­län­ge, Rit­ter hat­ten sich auf 1,5 Fuß zu be­schränken, wäh­rend den Bür­gern und Bau­ern ledig­lich ein hal­ber Fuß Schna­bel­län­ge zustand. Holz­un­ter­schu­he schütz­ten die auf­wen­dig pro­du­zier­ten Stan­des­merk­ma­le vor Näs­se und Schmutz.

Im 16. Jahr­hun­dert kam der Pla­teau­schuh in Mode und wur­de mit einem Sockel von bis zu 40 Zen­ti­me­ter ange­bracht an der Schuh­soh­le, her­ge­stellt. Zuerst wur­de die­se Mode bei Damen ent­deckt, aber da gewis­se Her­ren ihre nicht vor­han­de­ne Kör­per­grö­ße über­spie­len woll­ten, ent­wi­ckel­ten sich auch Model­le für Her­ren.

Im 19. Jahr­hun­dert wur­de die Schuh­mo­de aber­mals wei­ter ent­wi­ckelt. Her­ren tru­gen ver­mehrt Halb­schu­he, wel­che bis heu­te auch noch in ver­gleich­ba­rer Mach­art her­ge­stellt wer­den.

Ein­her­ge­hend mit der Erfin­dung der Näh­ma­schi­ne fan­den die ers­ten Mas­sen­pro­duk­tio­nen von Schu­hen statt. Eine Kris­tal­li­sie­rung der Schuh­mo­de und die Auf­tei­lung der geschlech­ter­spe­zi­fi­schen For­men und Nut­zung kam eben­falls auf. Wäh­rend der Mann eher die Schu­he als prak­ti­sches Beklei­dungs­stück nutz­te, ent­deck­te die Damen­welt Schu­he als Mode­ar­ti­kel. Ver­wun­derns­wert kam die Auf­tei­lung der Paa­re nach einem Modell für den lin­ken und rech­ten Fuß erst recht spät im 19. Jahr­hun­dert auf.

Im 20. Jahr­hun­dert wur­den die klas­si­schen Leder­schu­he durch den Ein­satz von syn­the­ti­schen Mate­ria­li­en und Faser­stof­fen ergänzt. Die vor­mals genäh­ten Ver­bin­dun­gen wur­den zum Teil durch Ver­kle­bun­gen ersetzt, wel­che den Her­stel­lungs­preis für Schu­he dras­tisch redu­zier­ten, lei­der auch bedingt mit einem Ver­lust der Qua­li­tät. Ein wei­te­rer Aspekt wur­de in der Schuh­mo­de ent­wi­ckelt, der gesund­heit­li­che Aspekt für die Füße.

Auch die Schuh­pfle­ge mit den bekann­ten Mit­teln, die heu­te auch noch ver­wen­det wer­den, kam auf den Markt. Neben einer wei­te­ren Absatz­mög­lich­keit für die Schuh­in­dus­trie führ­te es bei Leder­schu­hen zu einer gestei­ger­ten Wert­schät­zung der Model­le durch den Trä­ger. Hoch­wer­tig pro­du­zier­te Schu­he hal­ten dadurch wesent­lich län­ger und ver­lie­ren auch nicht ihre Qua­li­tät über viel Jah­re hin­weg. Snea­ker die heu­te fast die meist getra­ge­nen Model­le sind kamen in den 60er Jah­ren auf.