Gera­de im 20. Jahr­hun­dert ent­wi­ckel­ten sich zahl­rei­che ver­schie­de­ne neue Schuh­mo­del­le. Der Schuh dien­te nicht mehr nur allei­ne zum Schutz der Füße oder als Sta­tus­sym­bol für den Trä­ger, son­dern ent­wi­ckel­te sich mehr in Rich­tung eines Mode­ar­ti­kels und wur­de ein Aus­druck für Stim­mun­gen, Vor­lie­ben und Geschmack des Trä­gers.

Wur­den vor­mals die Näh­te noch immer mit der Hand ver­näht und war das Mate­ri­al vor­wie­gend gegerb­tes Leder, wur­den gera­de in die­ser Zeit syn­the­ti­sche oder Faser­stof­fe als Pro­duk­ti­ons­ma­te­ri­al ent­deckt. Die Ver­nähung der ein­zel­nen Teil­le­der­ele­men­te wur­de oft­mals durch eine Ver­kle­bung ersetzt, wel­che aber auch immer ein­her­ging mit der sin­ken­den Halt­bar­keit und Wer­tig­keit des Schuhs. Das hat­te den Vor­teil der Kos­ten­re­duk­ti­on in der indus­tri­el­len Fer­ti­gung, da nicht mehr alle Schrit­te in der Her­stel­lung eines Schuhs von Hand erle­digt wer­den müs­sen. Aber ein Glück gibt es heu­te gera­de in Ita­li­en noch zahl­rei­che Schuh­ma­cher­meis­ter und Kun­den die Wert auf einen halt­ba­ren Schuh und den Fokus auf die Qua­li­tät haben.

Ins­be­son­de­re durch die Ver­wen­dung hoch­wer­ti­gen Leders und eine fach­ge­rech­te Fer­ti­gung, die noch mit der Hand durch­ge­führt wird, erhält der Trä­ger eine lan­ge Halt­bar­keit und ein indi­vi­du­el­les Schuh­mo­dell. Vie­le Schuh­mo­del­le wer­den mit der rich­ti­gen Pfle­ge mit der Zeit immer beque­mer für den Trä­ger und auch das Aus­se­hen lässt sich sehr lan­ge erhal­ten. Ein Glück gibt es immer noch Schuh­lä­den und ein­zel­ne Schuh­meis­ter-werk­stät­ten (Schus­te­rei) die sich auf das Neu­be­soh­len von Schu­hen ver­ste­hen.

Der Wan­del zu einem Mode­ar­ti­kel ging mit dem Ein­zug der Prêt-à-Por­ter-Schau­en in Paris ein­her.

Als in den zwan­zi­ger Jah­ren die Röcke bei den Damen kür­zer wur­den, stan­den Bei­ne und Füße im Ram­pen­licht. Es gab Schu­he aus fein­ge­web­ten Stof­fen, Gold- und Sil­ber­le­der, bestickt mit Metall­fä­den, Straß und bun­ten Per­len. Die Schuh­for­men waren zier­lich und ver­spielt, oft mit zar­ten Riem­chen ver­se­hen. Oft­mals wur­den die­se Schuh­mo­del­le auch mit der Mode zu einem Gesamt­bild ver­fei­nert. Die Schuh­mo­de wur­de ver­mehrt durch all­ge­mei­ne Mode­ein­flüs­se und Bewe­gun­gen beein­flusst.

Klas­si­ker wie zum Bei­spiel die High-Heels von Lou­bou­tin, deren Mar­ken­zei­chen die mar­kan­te rote Soh­le war oder Schuh­mo­del­le von Mano­lo Blah­nik wur­den zu heiß­be­gehr­ten Objek­ten und Aus­druck einer Lebens­ein­stel­lung. Gestei­gert und bis auf die Spit­ze getrie­ben wur­de die­ses Phä­no­men gera­de in den 70er und 80er Jah­ren, wo Schu­he oft­mals hohe Pla­teau­soh­len auf­wie­sen und mit auf­fäl­li­gen Stof­fen über­zo­gen oder mit Per­len und Schmuck­ele­men­ten ver­ziert wur­den und einen Blick­fang boten. In den acht­zi­ger Jah­ren exis­tier­ten vie­le ver­schie­de­ne Mode­strö­mun­gen neben­ein­an­der.

Es gab küh­les, schlich­tes Design, wil­den Punk, pop­pig Bun­tes und auch, im Zuge der Öko­be­we­gung, Natür­lich­keit.
In den neun­zi­ger Jah­ren gab es, neben vie­len ande­ren, zwei wich­ti­ge Trends. Den Gesund­heits­schuh und den Turn­schuh oder auch heut­zu­ta­ge Snea­ker genannt. Der Turn­schuh ist bis heu­te nicht nur Sport­schuh, son­dern vor allem Frei­zeit­schuh, auch getra­gen zu Röcken oder Klei­dern. Eine Dif­fe­ren­zie­rung der Model­le fin­det bei die­sen Schu­hen meist nur in der Wahl der Stof­fe und deren Far­big­keit statt.

Wie sich in der Zukunft die Schuh­mo­de wei­ter ent­wi­ckeln wird, bleibt span­nend und nicht abseh­bar.